ZURÜCK NACH HAUSE, ZURÜCK IN DIE SPUR.

Bild: Davide Di Giovanni

Nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge empfangen die Fellbach Flashers am Samstag die Basketball Löwen Erfurt in der heimischen Gäuäckerhalle. Am 5. Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Süd wollen die Flashers vor heimischem Publikum zurück in die Erfolgsspur finden.

Drei Siege zum Saisonauftakt, darunter der spektakuläre 95:90-Erfolg nach Verlängerung gegen die SKYLINERS Juniors, sorgten bei den Flashers zunächst für einen gelungenen Start in die Saison. Zuletzt folgten jedoch zwei Auswärtsniederlagen, die ein ähnliches Muster erkennen ließen: zu viele Ballverluste. 24 Turnover in Reutlingen und 25 in Rhöndorf machten es den Gegnern leicht, zu einfachen Punkten zu kommen. Gleichzeitig verlor die eigene Offensive zunehmend ihren Rhythmus.

Für Head Coach Kris Borisov und sein Team gilt es nun, diese Fehler abzustellen und wieder konsequenter als Mannschaft aufzutreten. Ansätze, auf denen sich aufbauen lässt, sind durchaus vorhanden. Entscheidend wird sein, die eigenen Stärken wieder konstanter aufs Parkett zu bringen und die passende Reaktion zu zeigen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich vor heimischer Kulisse.

Die Gäste aus Thüringen reisen mit einer durchwachsenen Bilanz von einem Sieg und vier Niederlagen nach Fellbach. Doch die bisherigen Ergebnisse erzählen nur einen Teil der Geschichte. Bei den Basketball Löwen Erfurt hat im Sommer eine neue Ära begonnen. Nach Platz zwölf in der vergangenen Saison mit acht Siegen aus 24 Spielen übernahm der neue Head Coach Leif Ibrahim die Verantwortung an der Seitenlinie. Der erst 31-jährige Schwede trainierte zuvor beim Stockholmer Erstligisten Djurgårdens IF und führte die U21 von Uppsala Basket zur Meisterschaft. Florian Gut, der die Mannschaft seit der Vereinsgründung 2018 betreut hatte, verantwortet inzwischen als Sportlicher Leiter die Kaderplanung.

Die Ambitionen des Gegner aus Erfurt sind klar: Sieben Neuzugänge, ein höherer Etat und das erklärte Ziel, perspektivisch in die ProA aufzusteigen. Sportlich verlief der Saisonstart allerdings holprig: Auf deutliche Niederlagen in Rhöndorf (74:96) und Leverkusen (65:88) folgte mit dem knappen 76:74 gegen Porsche BBA Ludwigsburg der erste Saisonsieg. Anschließend mussten sich die Löwen in Langen (63:71) und gegen Reutlingen erneut geschlagen geben. Eine niedrige Dreierquote von lediglich 26 Prozent und durchschnittlich 16,6 Ballverluste pro Partie verdeutlichen, dass sich die neu zusammengestellte Mannschaft noch finden muss. Genau darin liegt jedoch auch eine gewisse Unberechenbarkeit: Die Erfurter verfügen über individuelle Qualität, müssen ihre Abläufe aber erst weiter festigen.

Besondere Aufmerksamkeit sollten die Flashers auf Shooting Guard Anthony Watkins richten. Der 25-Jährige kam vom SSV Lok Bernau nach Erfurt und überzeugte bereits mehrfach als bester Werfer der Löwen. Gegen Ludwigsburg erzielte er 19 Punkte, in Langen traf er vier Dreier. Mit 1,92 Metern bringt Watkins die Voraussetzungen mit, um sowohl aus der Distanz als auch im Eins-gegen-eins gefährlich zu werden. Auch der 2,02 Meter große Schwede Jacob Hadi setzte bereits Akzente. Gegen Reutlingen war der 23-Jährige mit 17 Punkten bester Werfer seines Teams. Unter den Körben sorgt Center Marko Baćak für Präsenz: Der 30-Jährige misst 2,10 Meter und sammelte gegen Reutlingen neun Rebounds. Im Spielaufbau setzen die Erfurter unter anderem auf den erst 20-jährigen Ilias Amin aus dem Nachwuchs des Bundesligisten Mitteldeutscher BC. Insgesamt verfügen die Löwen über eine Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Kräften. Insbesondere Watkins und Baćak dürften dabei wichtige Rollen übernehmen. Für die Flashers wird es darauf ankommen, die Schlüsselspieler der Gäste zu kontrollieren und ihnen möglichst wenig Raum zur Entfaltung zu lassen.

Dass die Erfurter trotz ihres durchwachsenen Saisonstarts langfristig viel vorhaben, zeigt sich aber vor allem auch abseits des Spielfelds. Mit dem geplanten CATL Löwenpark entsteht in der Thüringer Landeshauptstadt ein ambitioniertes Infrastrukturprojekt für den Basketball. Der Stadtrat verpachtete dem Verein eine seit 2015 leerstehende Trainingshalle am Südpark für 40 Jahre. Der Bund unterstützt die Sanierung mit 1,125 Millionen Euro, das gesamte Investitionsvolumen liegt bei rund 2,5 Millionen Euro. Als die Baukosten stiegen, beschloss der Stadtrat im Juni, die Finanzierungslücke zu schließen. Ab Februar 2027 sollen dort mehr als 500 Kinder pro Woche trainieren können. Nachwuchs-, Damen- und Profiteams sollen künftig unter einem Dach zusammenkommen. Damit schaffen die Erfurter wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung des Basketballstandorts – und zeigen, welches Potenzial entstehen kann, wenn Verein, Stadt und Kooperationspartner gemeinsam an einem Ziel arbeiten.

Für die Flashers steht am Samstag dennoch zunächst die sportliche Aufgabe im Mittelpunkt. Nach den beiden Niederlagen gilt es, die Zahl der Ballverluste deutlich zu reduzieren, defensiv konsequent zu arbeiten und offensiv wieder mehr Zusammenspiel zu zeigen. Die heimische Gäuäckerhalle soll dabei zum Rückhalt werden.

Ob den Fellbachern gegen die ambitionierten Erfurter der Turnaround gelingt, zeigt sich am Samstag, 24. Oktober 2026, um 17:30 Uhr. Wer nicht live in der Halle dabei sein kann, hat wie gewohnt die Möglichkeit, die Partie über den Medienpartner SportEurope.TV im Livestream zu verfolgen.

Jetzt brauchen die Flashers die Unterstützung ihrer Fans – gemeinsam zurück in die Erfolgsspur!

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