Am Ende des 6. Spieltags der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB Süd steht ein souveräner 91:56-Auswärtssieg (25:11, 21:13, 19:18, 26:14) der Flashers in Ludwigsburg. Damit feiern die Flashers nicht nur ihren ersten Auswärtserfolg der laufenden Saison, sondern auch den bislang deutlichsten Sieg dieser Spielzeit mit einer Differenz von 35 Punkten. Gleichzeitig war es der vierte Sieg in Folge gegen Ludwigsburg – und das alles ohne Topscorer Dmonte Brown.
Der Start in die Partie gehörte zunächst den Gastgebern. Lukas Modic hatte gerade seinen dritten Sprungwurf verwandelt, als die Porsche BBA Ludwigsburg mit 8:4 gegen die SV Fellbach Flashers führte. Doch dann folgten fünfeinhalb Minuten, die den weiteren Spielverlauf entscheidend prägen sollten: Kein einziger Ludwigsburger Korb fand mehr den Weg durch die Reuse.
Daniel Zacek traf von außen, Dennis Diala und Jonathan Gerlinger punkteten per Korbleger, Jason Edokpayi legte nach, zog dabei ein Foul und verwandelte auch den Bonusfreiwurf. Marko Lavrić und erneut Diala machten den Lauf perfekt – 16:0 für die Flashers, Spielstand 8:20. Erst Danilo Zdravkovic konnte den Bann auf Ludwigsburger Seite mit einem Dreier brechen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Fellbacher das Spiel bereits an sich gerissen.
Dieser deutliche Start war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequent umgesetzten Spielstrategie. Head Coach Kris Borisov und sein Team hatten sich vorgenommen, die größte Stärke der Ludwigsburger – ihre Fähigkeit, Ballverluste zu provozieren – ins Gegenteil zu verkehren.
Das gelang eindrucksvoll. Nach 23 Ballverlusten gegen Erfurt und 25 in Rhöndorf leisteten sich die Flashers diesmal lediglich 18 Turnover. Gleichzeitig verbuchten sie 14 Steals und sieben Blocks. Die Rechnung war einfach: Wer dem jüngsten Team der Liga keine einfachen Punkte ermöglicht, nimmt ihm das Tempo. Wer selbst Ballgewinne erzwingt, schafft sich Möglichkeiten für schnelle und einfache Abschlüsse.
Das spiegelte sich auch in den Wurfquoten wider. 27 ihrer 43 Zwei-Punkte-Würfe verwandelten die Fellbacher – viele davon nach schnellem Umschaltspiel und erfolgreichen Abschlüssen am Korb. Auch das Reboundduell ging mit 46:34 deutlich an die Gäste. Dennis Diala sicherte sich elf Abpraller, Jonathan Gerlinger neun.
Offensiv setzte Jason Edokpayi bereits im ersten Viertel mit elf Punkten ein Ausrufezeichen und gab den Ton an. Im zweiten Abschnitt übernahm Jonathan Zeisberger zunehmend Verantwortung. Als die Ludwigsburger nach der Viertelpause mit einem 7:0-Lauf auf 28:18 verkürzten und Kris Borisov zur Auszeit griff, hatten die Flashers sofort die passende Antwort parat: Ein erneuter, beeindruckender 14:2-Lauf stellte die Kräfteverhältnisse wieder klar.
Zeisberger steuerte allein in diesem Viertel acht Punkte bei, Marko Lavrić sorgte nach Vorlage von Thomas Billinger mit einem Dunking für ein weiteres Highlight. Mehr als sieben Minuten lang gelang der Mannschaft von Head Coach Jordi Saltó kein einziger Korb. Zur Halbzeit leuchtete ein deutliches 46:24 von der Anzeigetafel.
Auch die Zahlen unterstreichen, wie geschlossen die Flashers auftraten: 26 Assists bei insgesamt 38 erfolgreichen Würfen. Zeisberger (6), Zacek (5), Gerlinger und Billinger (je 4) verteilten die Vorlagen. Die Botschaft ist eindeutig: Die Fellbacher erspielten sich ihre Abschlüsse als Team.
Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Flashers nicht locker. Besonders Silver Bieling setzte nun offensiv Akzente und überzeugte mit einer starken Trefferquote von jenseits der Dreierlinie. Zwar hielt Zdravkovic die Gastgeber mit zwei weiteren Dreiern im dritten Viertel zunächst in Schlagdistanz, doch mit der Schlusssirene sorgte Bieling für den nächsten Wirkungstreffer und stellte auf 65:42.
Im Schlussviertel ließen die Fellbacher schließlich keinen Zweifel mehr am Ausgang der Partie aufkommen und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Besonders erfreulich: Die Mannschaft war nicht auf einzelne Leistungsträger angewiesen. Ohne den bisherigen Topscorer Dmonte Brown, der verletzt passen musste, sprangen diesmal andere Spieler in die Bresche. Silver Bieling avancierte mit 25 Punkten zum erfolgreichsten Werfer der Partie, Edokpayi steuerte 17 Zähler bei.
Der Auftritt in Ludwigsburg unterstreicht damit eine wichtige Stärke der Flashers: Diese Mannschaft kann Spiele auch über ihre Tiefe und Geschlossenheit entscheiden. Gerade die Leistung der Bank könnte im weiteren Saisonverlauf noch zu einem entscheidenden Faktor werden. Mit nun fünf Siegen aus sieben Spielen und zehn Punkten stehen die Flashers auf dem fünften Tabellenplatz. Punktgleich dahinter beziehungsweise davor liegen der TV Langen, die Oberhaching Tropics und die Dresden Titans. Lediglich zwei Punkte trennen die Fellbacher vom Spitzenduo aus Reutlingen und Leverkusen.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste Herausforderung. Dann empfangen die Flashers den FC Bayern Basketball II in der heimischen Gäuäckerhalle. Die Münchner konnten am Sonntag mit einem 83:73-Erfolg gegen Speyer ebenfalls Selbstvertrauen tanken.
Für die Flashers spielten:
Silver Bieling (25 Punkte), Jason Edokpayi (17 Punkte, 7 Rebounds), Jonathan Zeisberger (11 Punkte, 6 Assists), Daniel Zacek (8 Punkte), Jonathan Gerlinger (8 Punkte, 9 Rebounds), Thomas Billinger (8 Punkte), Dennis Diala (6 Punkte, 11 Rebounds), Marko Lavrić (6 Punkte), Jannik Furkert (2 Punkte)
